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Jeder Mensch trägt den Wunsch nach einer sicheren Heimat in sich, die ihm Geborgenheit schenkt. Jeder musizierende Verein
braucht eine Stätte der Begegnung zur Pflege der Kameradschaft und der Musik.
Früher waren es meist Gasthäuser, die als Vereins- und Probelokal dienten, heute sind es die vereins- oder
gemeindeeigenen Räumlichkeiten. |
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So begann auch für den Kraichgau Fanfarenzug die Probenarbeit in einem altehrwürdigen Mühlhäuser
Lokal, im Gasthaus zum Lamm bei Familie Fellhauer. Dort tagte man von 1956 bis Anfang 1960 wöchentlich; als dann die
Gastwirtschaft aufgegeben werden sollte, beschloss die Vorstandschaft, in die "Reichspost" überzusiedeln.
Aber auch dort wurde der Wunsch immer lauter, ein Eigenheim, zum Üben und Feiern zu besitzen. Die immerwachsende Zahl von
Ehrenurkunden, Pokalen und Ehrenplaketten sollten sichtbar von den errungenen Siegen künden. Dabei erinnerte man sich an einen
ehemaligen Bier- und Eiskeller im Untergeschoss der "Reichspost", der in den letzten Jahrzehnten nur noch als Schuttabladeplatz
gedient hatte. |
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In mühevoller Arbeit wurde aus dem gewölbten Keller ein gemütlicher Treffpunkt, ein
gesellschaftlicher Mittelpunkt für den Verein, der "Kraichgaukeller" mit einer komfortablen Ausstattung:
Theke, Möbel, Musik, Telefon und als stolzeste Errungenschaft eine Kegelbahn. |
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| Doch schon bald reiften bei den Verantwortlichen die nächsten Zukunftspläne. Am 24. September 1967
beschloss die Vorstandschaft, am Waldrand unterhalb des Sportplatzes ein eigenes Übungs- und Gesellschaftshaus zu
erstellen. Neben dem eigenen Bedarf sollte das Haus die Möglichkeit bieten, auf Landes- und Bundesverbandsebene
Lehrgänge und Tagungen durchzuführen. |
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Durch das Entgegenkommen der Gemeinde Mühlhausen - an der Spitze Bürgermeister Philipp Ernst
Kretz - konnte ein Platz gegen Pacht zur Verfügung gestellt werden. Architekt Karl Bechtel aus Wiesloch erarbeitete die
Pläne und ein Modell, und im Januar 1968 begannen die Aktiven des Fanfarenzugs nach dem ersten Spatenstich mit den
Erdarbeiten. Mit großem Eifer gingen die Mitglieder unter der Bauleitung von Hans Wiesendanger daran, ihr eigenes Heim
zu schaffen.
Unzählige Arbeitsstunden waren nötig, um die vielfältigen Arbeiten selbst zu erledigen; denn die
finanziellen Mittel für den Bau waren sehr begrenzt.
Nachdem man auch den Innenausbau in Eigenarbeit bewältigt
hatte, schuf Frau Herb aus Nußloch als Krönung das Wandgemälde mit den Symbolen des Kraichgau Fanfarenzugs. |
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Die Bevölkerung Mühlhausens, Handel, Handwerk und Gewerbe unterstützten bei der "Aktion
Bausteine" in großartiger Weise das Bauvorhaben. Vom 11. bis 13. Oktober 1968 feierte die große Fanfarenfamilie die
Fertigstellung ihres Vereinsheims.
Nach der Segnung durch Pfarrer Rudolf Kurz übergab Architekt Bechtel das Riesenmodell eines Schlüssels an den 1.
Vorsitzenden Werner Klefenz.
Ein neues Kapitel in der Fanfarengeschichte hatte begonnen, man hatte eine eindrucksvolle Gemeinschaftsleistung vollbracht,
man war stolzer Hausbesitzer mit allen Freuden und Sorgen. Was im neuen Fanfarenhaus noch fehlte, war ein gemütlicher Raum
für kleinere Veranstaltungen; den schufen sich dann die Mitglieder unter der Bauleitung von Manfred Schleweis in Eigenarbeit:
Die "Landsknechtsstube". Sie wurde anlässlich der Winterfeier am 8. Dezember 1979 ihrer Bestimmung übergeben. |
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| Was man bei öffentlichen Gebäuden gerne beim Emporwachsen des Hauses feiert, die Grundsteinlegung, das feierte
der Fanfarenzug nach der Vollendung des ganzen Werkes. In einer Mauernische am Eingang des Fanfarenhauses wurde eine Kapsel mit
folgendem Inhalt eingemauert: Kopien der Zeitungsberichte vom Bau des Fanfarenhauses, die Vereinschronik, die Chronik der Gemeinde
Mühlhausen, zwei Vereinsabzeichen, fünf Fotografien, ein Bild mit Blumen vom Heiligen Land. Die eingemauerte Urkunde
schließt mit den Worten: "Möge der Bau des Fanfarenhauses und der Landsknechtsstube dazu beitragen, dass der Verein stets
eine gute Kameradschaft und musikalische Leistung bringen kann". |
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