Südwestdeutsches Fanfarentreffen in Mühlhausen

Über 800 Landsknechte bliesen und trommelten gemeinsam 48. Südwestdeutsches Fanfarentreffen zum 50-jährigen Jubiläum des Kraichgau Fanfarenzugs.
Hier finden Sie die Bilder unserer Jubiläumsfeier:


Mühlhausen - rka - Eine friedliche Belagerung erlebte am vergangenen Sonntag die Angelbachtalgemeinde Mühlhausen: Über 800 Landsknechte, Fanfarenbläser, Trommler, Standartenträger, Fahnenschwinger und Marketenderinnen aus 40 Vereinen waren zum 48. Verbandstreffen Südwestdeutscher Fanfarenzüge angereist. Der Vizepräsident der Südwestdeutschen Fanfarenzüge Wolfgang Gerhold äußerte sich hoch zufrieden über die Rekordbeteiligung der Vereine und die hervorragende Organisation durch den ausrichtenden Kraichgau Fanfarenzug. Heute werde es immer schwieriger, einen Verein für die Durchführung einer solchen Großveranstaltung zu finden. Mit ihren Bussen kamen die Landsknechte von weit her, aus Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden Württemberg, vom Kaiserstuhl, Schwarzwald, Bodensee, Schwäbischer Alb, Franken, Odenwald und Pfälzer Wald. Bereits am frühen Morgen probte man im Waldparkstadion für den gemeinsamen Auftritt am Nachmittag. Anschließend stellte sich ein Teil der Vereine beim Kritikspiel im Festzelt den Wertungsrichtern.

Bei strahlendem Sonnenschein und sengender Hitze am Nachmittag zog ein Festzug mit insgesamt 44 Gruppen durch die Straßen der Gemeinde. Es war ein farbenfrohes Bild, das die einzelnen Musik- und Fanfarenzüge mit ihren unterschiedlichen Trachten und Fahnen boten. Ihr Spiel und vor allem ihr Durchhaltevermögen wurden von den vielen Zuschauern mit Beifall bedacht. Noch übertroffen wurde dieses Bild beim Gemeinschaftsspiel im Waldparkstadion, wo die einzelnen Fanfarenzüge nach Sektionen getrennt ins Stadion einmarschierten und vor der grünen Kulisse des Waldes auf den Rasen Aufstellung nahmen. In seiner Begrüßung sprach der Vizepräsident der Südwestdeutschen Fanfarenzüge, Wolfgang Gerhold von einem "akustischen und optischen Hochgenuss". Große Anerkennung sprach er dem Kraichgau Fanfarenzug und der Gemeinde Mühlhausen für die Ausrichtung dieses Treffens aus.

"Willkommen im Ländle", mit diesem Gruß hieß der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk, die "ausländischen Gäste" aus den benachbarten Bundesländern willkommen und überbrachte die Grüße des Ministerpräsidenten Günther Oettinger und der Landesregierung von Baden Württemberg. Er sprach von einer "eindrucksvollen Demonstration" und rief die Fanfarenzüge dazu auf, die Jahrhunderte alte Tradition zu bewahren. "Das ist eine kulturelle Bereicherung für unsere Dörfer und Städte", so der Minister. Wichtig sei auch, junge Menschen für die Vereinsarbeit zu begeistern. Dem Geburtstagskind Kraichgau Fanfarenzug gratulierte der Minister und wünschte für die nächsten Jahrzehnte viele musikalische Erfolge.

Für die gastgebende Gemeinde Mühlhausen begrüßte Bürgermeister Karl Klein die Fanfarenzüge im weiten Oval des Stadions und gab seiner Freude über die große Zahl der teilnehmenden Vereine Ausdruck. "Sie bereichern die Tradition und das musikalische Leben im Land", so der Bürgermeister. Auch er mahnte die Landsknechte, "diese wunderschöne Tradition zu erhalten und den Kindern zu bewahren". In französischer Sprache, von einer Dolmetscherin übersetzt, übermittelte Bürgermeister Marcel Hue die Grüße der Partnergemeinde St. Etienne de Montluc. Er und seine 45-köpfige Delegation, darunter auch 15 Jugendliche, hätten herrliche Tage in dieser Gegend verbracht. Dieser Austausch sei notwendig, um die deutsch-französische Freundschaft zu stärken. Er dankte den Musikern für diesen grandiosen Auftritt und ermutigte sie, in diesem Sinne weiterzumachen.

Zwischen den einzelnen Ansprachen hatten die vier Sektionen der Südwestdeutschen Fanfarenzüge ihren musikalischen Auftritt. Dann kam der feierliche Augenblick, bei dem die Verbandsstandarte vom letztjährigen Ausrichter des Treffens an den Kraichgau Fanfarenzug überging, der sie nun als Gastgeber ein Jahr lang benutzen darf. Schließlich kam der große Höhepunkt, als alle 34 Fanfarenzüge unter der Leitung von Wolfgang Langer aus Bruchsal gemeinsam den Marsch "Blau-Weiß" und den "Peterstaler Marsch" bliesen, eine gewaltige Demonstration traditioneller Fanfarenmusik. Dazu schwangen im Hintergrund die Fahnenschwinger ihre bunten Vereinsfahnen. Das Südwestdeutsche Fanfarentreffen klang aus mit dem Einmarsch der Standarten und Fahnen ins Festzelt und der Übergabe der Gastgeschenke.

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